Freitag, 13. Mai 2005

mein erstes Gedicht

Der Stundenanfang

Klingeln bringt Stille,
Ich stehe wie taub;
Im Kopf der Wille,
Im Rücken der Staub.

Die Zeit vergeht;
Kreide kreischt an der Tafel;
Das Thema steht;
Es beginnt das Geschwafel.

Alle lauschen;
Es ist wie verdreht;
Wie ein Rauschen,
das keiner versteht?

Mittwoch, 11. Mai 2005

Kreativitätstest von Bertolt Brecht

Ich habe heute von einem Test gehört, von dem behauptet wurde, es sei ein Test mit dem Bertolt Brecht seine Gesprächpartner auf ihre Kreativität hin überprüft hat.
Der Test baut sich wie folgt auf:
Man "läuft" so langsam wie möglich von einem Punkt zu einem anderen.
Meine Versuche brachten doch recht unterschiedliche Ergebnisse:
Auf einer Strecke von 1 m brachte ich in den Durchläufen:
  1. 3 Minuten
  2. 6 Minuten
  3. 8 Minuten

Ich habe sogar versucht, rückwärts zu laufen, da dieser Ablauf nicht ganz so routiniert für mein Gehirn ist. Das Ergebnis blieb allerdings bei 8 Minuten.
Es bleibt vielleicht noch zu erwähnen, dass ich nach jedem einzelnen Durchgang doch sehr erschöpft war.

Wie würde nun aber Bertolt Brechts Urteil über meine Ergebnisse sein?
Sind sie vielleicht gut, da ich den sehr routinierten Bewegungsablauf des "Laufens" soweit unterteilen konnte, dass ich jeden einzelnen Teilschritt gezielt und langsam machen konnte? Oder ist vielleicht seine Überlegung dahingehend, dass jemand, der sich zu einem solchen Test hat hinreisen lässt, nicht kreativ genug ist, sich aus dieser Affäre herauszureden.
Ich werde es wohl von ihm nicht erfahren.

Sonntag, 8. Mai 2005

die Kontinuität der Sprache

Beim Lesen meines neuen Buches kam mir der Gedanke, mich mit der Sprache an sich auseinander zu setzen.
Zehntausende von Jahren sind vergangen, seit wir keine Schwänze mehr haben, aber wir bedienen uns immer noch eines Kommunikationsmittels, das für die Bedürfnisse des auf Bäumen hausenden Menschen entwickelt wurde
Ogden/ Richards: The Meaning of Meaning (1923)
Ist die Sprache nicht DAS Kommunikationsmittel?
Die Schrift ist doch lediglich eine Möglichkeit zur Speicherung der Sprache. Man versucht in Schriftzeichen all das festzuhalten, was das gesprochene Wort an Informationen beinhalten. Die Prosodie, eine der wesentlichsten Inhalte der Sprache, bleibt dabei auf der Strecke. Diesen entscheidenden Nachteil versucht man zum Beispiel bei "traditionellen" Gedichten durch schriftliche Raffinessen mitzuspeichern. Jeder kann sich sicherlich noch an die Zeit erinnern, als der Deutschlehrer Diskussion über Jambus, Anapäst, Trochäus und Daktylus mit einem Klatschsolo beendete. Dies zeigt den Erfolg des Dichters seine romatische oder aufgewühlte Stimmung zu verewigen. Bei diesem Streben, mit der logischen Perfektion der Schrift etwas unlogisches, wie die Sprache, wiederzugeben hat man die Schrift zu etwas unbeständigen und ständig veränderlichem gemacht. Es bleibt sogar abzuwarten, wann die Schrift sich selbst überholt und damit überflüssig macht. Hinzukommt, dass die Schrift bei den Medien immer weiter in den Hintergrund gerät. Irgendwann könnte die Schrift "nur noch" eine Kunst sein, wie beispielsweise das Malen.
Über den Sprachinstinkt nach Pinker dürfte man sich noch ewig streiten, ohne das man ihn begreifen kann. Das macht die Sprache doch eigentlich aus. Sie ist das Wesen der Kommunikation. Vielleicht noch ergänzt im Zusammenhang mit Bildern.
Aber die Sprache ist DAS Kommunikationsmittel.

Freitag, 6. Mai 2005

Wann ist eigentlich ein Weblog gut?

Wann ist ein Weblog eigentlich gut und wann nicht.
Die Definiton eines Weblog ist mir schon oft über den Weg gelaufen. Man schreibt etwas als "Artikel" in eine Chronik, denn mehr gibt die Software an sich nicht her, und veröffentlicht diese.
Hauptsächtsichlich versucht man sich an ein auch für andere interessantes Thema zu halten und macht die Qualität seines Weblogs von der Anzahl der Leser abhängig.
Besteht dabei nicht irgendwann die Gefahr in einer gutgemeinten Kontinuität einen immer größer werdenden Anteil an Überflüssigem in ein sowieso schon viel zu überladenes Medium mit dem Anspruch zu packen, dass es möglichst viele lesen sollen? Was ist also genau ein gutes Weblog?
Einen sehr interessanter Beitrag dazu habe ich hier gefunden.< Hier steht zwar nicht die Antwort, aber sicherlich viel wahres.

Mittwoch, 4. Mai 2005

Der Weg zum klaren Schreiben.

Ein Ablaufschema aus Pädagogisch-Psychologischer Sicht:
  1. Das Gehirn schafft neue Bilder. (Denken).
  2. Von diesen Bildern werden Bildteile in Wörter umgesetzt.
  3. Man entwickelt nun ein Interesse für das, was man schreiben will.
  4. Mein Bedürfnis muss durch das Schreiben befriedigt werden.

Sieben Dinge

Es scheint als erwiesen, dass ein durchschnittlich begabter Mensch nicht mehr als 7 Chanks (z.B. Sätze) in seinem Gehirn speichern kann. Selbst wenn das Gedächtnis trainiert wird, sind nicht mehr als 12 "Speicherplätze" im Kleinhirn frei.
Für mich klingt diese Erkenntnis irgendwie auch sehr subjektiv, wenn man sich die tägliche Erfahrung vor Augen führt. Gibt es nicht Tage an denen das geistige Fassungvermögen eher eingeschränkt ist; und gibt es nicht Themen, bei denen ich mir mühelos mehr als sieben recht komplizierte "Datensätze" merken kann? (z.B. Einkaufen ohne Liste)
Mir kommt diese 7 doch sehr weit hergeholt vor.

Klares Denken, Sprechen und Schreiben lernen

Buch zur Veranstaltung:
"Deutsch für Profis", Wolf Schneider,Goldmann Verlag, Februar 1999
Februar 1999

Eine intelligente und unterhaltsame Pflichtlektüre für alle, die mit Sprache zu tun haben

Pädlog

Klares Denken, Sprechen und Schreiben lernen

Glücklicherweise nicht das einzige Buch, dass ich zur Zeit lese.


Wolf Schneider
Deutsch für Profis

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